28.6.2016 - Schlechte Vorträge

Da wir ja schon über tolle Vorträge gesprochen haben – was waren denn schlechte Vorträge?

 

Hier kann jeder Student bereits eine lange Latte an Beispielen aus seiner Studienzeit bringen. Wir wollen aber über Vorträge, für die Zuhörer bereit sind, auch Geld oder Zeit locker zu machen, sprechen.

 

Somit bleibt als erste Option auf jeden Fall erst einmal der Sprecher.
Generell waren Vorträge immer schlecht bzw. Zeitverschwendung, wenn der geplante Inhalt überhaupt nicht vermittelt wird, z.B. durch einen radebrechend englisch sprechenden Asiaten, den du als non-native Speaker überhaupt nicht verstehst.

 

Ein weiterer persönlicher Tiefpunkt in dieser Hinsicht war neulich ein Vortrag anlässlich einer Preisverleihung als bester Arbeitgeber. Als „keynote“ gab es hier warme Worte eines Dachverbandsvorsitzenden. Jener tauchte auf dieser formellen Preisverleihung völlig unpassend in Jeans und auffallend gefärbten Turnschuhen auf, sodass hier von vornherein schon die Frage war, ob er sich nicht in der Veranstaltung geirrt hätte. Nun mag derartiges Outfit für einen 30jährigen extrem erfolgreichen Startup-Gründer noch durchgehen, aber doch nicht für einen Funktionär eines Dachverbandes.
Als er dann mit seinem glorreichen Vortrag dran war, hatte er nichts Besseres zu tun, als uns zu belehren, was wohl alles auch noch auf uns zukommen würde und wie wenig präpariert wir alle darauf sind.
Nochmals: Alle Geladenen waren als Preisträger vorher feststehend, nur die Platzierung war unbekannt. Mir war der Vortragende bisher zum einen unbekannt, noch hatte ich jemals von ihm irgendetwas mitbekommen, dass ihn befähigt hätte, uns auch nur 10 Sekunden etwas Neues mitzuteilen. Im Gegenteil – er hätte uns zuhören und etwas lernen können.
Zu Deutsch: Total unpassend und daneben.
Die Krönung war aber, dass er uns plötzlich wohl noch die moderne Technik vorstellen wollte, seinen Vortrag unterbrach und auf der Bühne eine Twittermeldung tippte.
Da dies nicht projeziert wurde, war es einfach eine Frechheit. Und was hätte er zu twittern gehabt? Dass sein Vortrag völlig daneben war? Dass keiner zugehört hat?
Keine Ahnung, da ich diese Tweets garantiert nicht lese.

 

Beim Bryan-Adams-Konzert in München hat Bryan auf der Bühne ähnliches gemacht, da war dies aber ok. Er machte Bilder vom begeisterten Publikum und postete dies live auf instagram, was auch auf die Leinwand übertragen wurde. Da ist dies ok, aber doch nicht in einem derartigen Rahmen.

 

Die Genugtuung, die mir persönlich bleibt, ist, dass sicherlich keiner der späteren Preisträger auch nur 2 Minuten über den Inhalt dieser Rede nachgedacht hat. Das wäre sie auch niemals wert gewesen.

 

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